Das war die Connichi 2019

Der Staffelstab wird weitergereicht: nach vielen arbeitsreichen Jahren verabschiedete sich ein großer Teil des Orga-Teams nach der 18. Connichi im Jahr 2018 und reichte den Staffelstab weiter! Passend dazu stand die Veranstaltung im Jahr 2019 im Zeichen der Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Wie im letzten Jahr kamen auch dieses Mal 27.000 Besucher zur Kasseler Stadthalle um drei Tage lang die japanische Kultur zu feiern und das Programm aktiv mitzugestalten, denn noch stärker als die vorherigen Jahre galt das Motto: »Von Fans für Fans«.

Bei schönem Wetter öffneten sich Freitag pünktlich um 14 Uhr die Türen der Kasseler Stadthalle. Connichi-Veteranen fühlten sich gleich heimisch, doch bemerkten sie auch schnell, dass sich die Standorte einiger Bereiche verändert hatten, nachdem sie den Kassenbereich verließen. Verlaufen musste man sich dennoch nicht: Wie im letzten Jahr wurde eine Führung angeboten, bei welcher Besucherinnen und Besucher die komplette Stadthalle erkunden konnten.

Um keine Schnäppchen zu verpassen, ging es für die meisten erst einmal schnurstracks in den Händlerraum, der ohne einmal abzubiegen erreichbar ist. Verschiedene Verkaufsstände mit allerlei Merchandise zu neuen und alten Anime-Serien sowie die neuesten Manga-Neuerscheinungen konnten hier ergattert werden. Falls dort aber doch nicht alle Gelüste gestillt wurden, konnten die vielen verschiedenen deutschen Anime- und Manga-Publisher sicherlich Abhilfe verschaffen. Teilweise war es hier möglich, Serien zu erstehen, die im freien Handel noch nicht verfügbar waren.

Das Seitenfoyer hielt wieder sehr viele unterschiedliche Werke von deutschen Künstlern zum Entdecken bereit. Ein Blick in das Conbuch zeigt: Der Kreativ-Markt war in diesem Jahr weitaus größer. Zu den über 40 Ständen deutscher Künstlerinnen und Künstler in den Seitenfoyers bekamen 55 weitere Künstler*innen die Möglichkeit, ihre Werke im Gartensaal vorzustellen, in dem in den Jahren zuvor weitere Händler ausstellten. Dadurch hatten mehr Fans die Möglichkeit, ihre eigenen, atemberaubenden Werke zu zeigen. Neben Doujinshis und Fanarts zu bekannten Anime-Serien faszinierten besonders auch die Manga, welche die deutschen Künstler kreiert hatten.

Die letzte Station im Land des Connichi-Shoppings war der Bring-&-Buy. Diesen konnte man direkt im Innenhof wiederfinden. Im großen weißen Zelt konnten Besucherinnen und Besucher Teile ihre Sammlung verkaufen. Die Preise werden stets von ihnen selbst bestimmt, sodass es nicht selten vorkommt, dass Käufer dieses Zelt mit vollbepackten Händen verlassen. Direkt danach konnte man sich im Blauen Saal »Detektiv Conan – The Movie (22) – Zero der Vollstrecker« anschauen, der erst eine Woche nach der Connichi in Deutschland auf DVD und Blu-ray erschienen ist.

Die im letzten Jahr schon sehr beliebten Fotoecken befanden sich ebenfalls wieder im Innenhof und wurde mit neuen Motiven erweitert, über die die Fans vorab online abstimmen konnten. Für perfekte Fotos fehlte also nur noch der passende Fotograf. Wie viel Fotografen aus Cosplay-Fotos herausholen können, zeigte dieses Jahr auch der neu organisierte Connichi-Cosplay-Fotowettbewerb. Fotografinnen und Fotografen aus der Cosplay-Szene konnten sich mit ihren schönsten Fotos vorab bewerben. Nach dem Urteil einer Jury wurden die zehn besten Fotos ausgewählt und im Bankettsaal ausgestellt. So konnten sich alle Besucherinnen und Besucher die Bilder in Ruhe anschauen.

Doch nicht nur Foto-Künstlerinnen und -Künstler traten dieses Jahr in Wettbewerben gegeneinander an: Cosplayerinnen und Cosplayer konnten im Connichi-Cosplay-Wettbewerb oder im Vorentschied zum World Cosplay Summit 2020 ihre Näh- und Schauspielkünste unter Beweis stellen, Video-Künstlerinnen und -Künstler hingegen nahmen wie jedes Jahr am AMV-Wettbewerb teil und Fanprojekte konnten sich erstmals bei Pochis Fanprojekt-Förderung anpreisen. Bei vielen unterschiedlichen Gaming-Wettbewerben, dem Poetry-Slam, dem Otaku-Quiz oder dem Nudelschlürf-Wettbewerb konnten Fans zusätzlich ihre ganz speziellen Fähigkeiten zur Schau stellen.

Die Connichi bot außerdem wieder Unisex-Toiletten an und zeigte somit, dass ausnahmslos jede Person auf der Convention willkommen ist. Falls man die Veranstaltung mit seiner Familie gemeinsam besuchen wollte, so konnte man seit diesem Jahr den neuen Familienbereich erkunden. Nach 18 Jahren Connichi sind viele Besucher bereits selbst Eltern geworden – um diese Personen zu unterstützen, wurde der Familienbereich eingeführt, wobei für jeden der jungen Besucher etwas dabei war: Neben einer Wickelstation und einer Möglichkeit mitgebrachtes Essen aufzuwärmen, konnten die älteren Kinder sich in einer Spiel- und Bastelecke vergnügen, wodurch auch die Eltern eine kleine Verschnaufpause einlegen konnten.

Alle Freunde und Freundinnen von Brettspielen kamen dieses Jahr im zweiten Stock des H4-Hotels auf ihre Kosten: Der neue, vergrößerte GamesUnplugged-Bereich bot viele unterschiedliche Möglichkeiten. Neben diversen Brett- und Kartenspielen waren auch der Go-Bereich und der Rollenspiel-Bereich wieder dabei. Erstmals hatten Besuchende auch die Möglichkeit, Mah-Jongg zu lernen. Das durch verschiedene Anime bekannte Spiel wurde von Vertretern der deutschen Mah-Jongg-Liga vorgestellt. Eine weitere Neuerung war der eigens für die Connichi konzipierte Speed- Escaperoom. Hier musste man in 30 Minuten Rätsel lösen, um herauszufinden, wie man den verschlossenen Raum wieder verlassen konnte.

Für Fans des digitalen Spielespaßes rotierten im Gamesroom des Rosensaals auch wieder die Lüfter. Die Besuchenden erwarteten unterschiedliche Contests und die Möglichkeit, gemeinsam neue und alte Games auszutesten. Neben Beat’ em ups erfreuten sich besonders die verschiedenen Tanzspiele großer Beliebtheit. Wenn man lieber das typisch japanische Arcade-Feeling erleben wollte, musste man unbedingt den Arcade-Gamesroom besuchen, in dem die unterschiedlichsten Prügelspiele mit originalen Arcade-Sticks gespielt werden konnten. Auch Anfänger waren hier willkommen: Auf Nachfrage bekam man immer gute Tipps, um im nächsten Kampf seinen Freunden keine Chance zu lassen!

Das Motto »Von Fans für Fans« ist speziell im Workshop- und Vortragsbereich Programm. In zahlreichen Vorträgen konnten Besuchende alles über unterschiedliche Themen rund um Japan erfahren und in den Workshops konnten sie selbst Hand anlegen und beispielsweise neue Cosplay-Fertigungstechniken ausprobieren.

Im neuen, vergrößerten Raum der Connichi-Couch setzten 21 Panelleiter verschiedene Diskussionsrunden um, die live auf Twitch übertragen wurden. Dieses Jahr stand speziell die Zuschauerbeteiligung noch einmal im Vordergrund, sodass Personen, die vor Ort anwesend waren, die Diskussionsrunden selbst mitgestalten und bereichern konnten. Auch die Japanforschung war wieder sehr beliebt. Wer schon immer wissen wollte, wie man sein Hobby wissenschaftlich fassen kann, war hier genau richtig. Durch die große Menge an unterschiedlichen Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops war für jeden etwas dabei.

Wie jedes Jahr hatte die Connichi wieder Ehrengäste eingeladen. Die Synchronsprecherin Yui Horie gab in einem Q&A Einblick in die Arbeit als japanische Synchronsprecherin und Drehbuchautor Taku Kishimoto beantwortete in unterschiedlichen Panels die Fragen der Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich für die Produktion von Anime-Serien interessierten.

Cosplay-Freunde freuten sich über die wohl bekannteste russische Cosplayerin Astarohime und die handwerklich begabte US-Amerikanerin December Wynn, die in ihren Workshops nützliche Tipps gaben und auch in ihren Panels gerne verschiedene Fragen beantworteten. Erstmals wurde auch ein YouTuber als Ehrengast eingeladen: Der Ire Super EyepatchWolf erzählte in seinen Workshops und Q&A-Panels von seiner Arbeit als YouTuber und gab Anregungen, wie es möglich ist, Anime auch kritisch zu betrachten.

Wie immer begeisterten aber besonders die Musikgäste: Die Orchesterband Minichestra gab drei Konzerte, in denen sie bekannte  Anime-Songs neu interpretierten. Dabei wurde darauf geachtet, dass besonders in Deutschland beliebte Titel gespielt wurden, wodurch alle Zuhörinnen und Zuhörer eine tolle Zeit hatten.

Das Highlight der Connichi war das Konzert von FLOW am Samstagabend. Mit ihren Songs zu »Naruto« und »Code Geass« begeistert die Band seit Jahren die deutsche Fan-Community. Nachdem sie 2012 einmal in Frankreich aufgetreten sind, war das Konzert im Jahr 2019 erst ihr zweiter Auftritt in Europa. Der Festsaal war am Samstagabend komplett gefüllt. Viele Besucher nannten dieses Erlebnis sogar »Das beste Connichi-Konzert aller Zeiten«.

Manga-Fans freuten sich zusätzlich über die deutschen Mangaka, die gemeinsam mit Carlsen Manga und Altraverse auf die Connichi gebracht wurden: Tamasaburo, Oroken, Martina Peters, Anike Hage und Horrorkissen stellten ihre neuen Werke vor und beantworteten viele Fragen ihrer Anhänger. Von allen Ehrengästen konnten Besucherinnen und Besucher Autogramme in den täglichen Autogrammstunden ergattern. Teilweise war hierfür einige Geduld erforderlich, da sehr viele Fans die einmalige Gelegenheit nutzten, ihre Idole aus nächster Nähe zu erleben.

Viel positive Feedback gab es für das rundum erneuerte Matsuri. Konnten in den letzten Jahren noch einige Stände im Innenhof besucht werden, fand das Fest 2019 erstmals im Rosengarten statt. Viele verschiedene Essensangebote sowie Stände mit traditionellen japanischen Spielen wurden eng aneinandergereiht, sodass das Gefühl aufkam, sich wirklich in Japan zu befinden. Yakisoba, Taiyaki, Takoyaki und Okonomiyaki sind typisches Festivalessen in Japan und wurden auch auf der Connichi angeboten. Qualitativ wirklich hervorragend bot es für jeden Besucher eine leckere Alternative. Abends wurde das Festival mit einem Feuerwerk beendet.

Falls man abends noch nichts vorhatte, bot die Connichi ebenfalls genügend Programm: Die immer beliebte AMV-Nacht war rappelvoll, sogar im Vorbeigehen am Saal konnte man die gute Stimmung und vielen Lacher des Publikums aufschnappen. Vorträge, Workshops und viele andere Programmpunkte laufen bei der Connichi auch bis in den späten Abend hinein.

Freitagabend fand wieder die Connichi-Party im Musiktheater Kassel statt, bei dem man zu japanischer und koreanischer Musik tanzen konnte. Auch im Workshop-Bereich und auf der Connichi-Couch gab es Programm bis nach 23:00 Uhr.

Wie schon in den vorherigen Jahren bot die Connichi ein vielfältiges Programm und wir hoffen, dass ihr alle am Sonntagabend glücklich die Kasseler Stadthalle verlassen habt.

Wir freuen uns, wenn es auch im nächsten Jahr wieder heißt: »Von Fans – Für Fans«; vom 04. bis zum 06. September 2020 im Kongress Palais Kassel.

 

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