Internationale Konferenz zum Japanisch-Deutschen Austausch


Vom 20. bis 22. Mai 2018 fand in Kanazawa die internationale Konferenz zwischen dem Verband der Japanisch-Deutschen Gesellschaften und dem Verband der Deutsch-Japanischen Gesellschaften statt. Um besonders auch den Austausch zwischen den Generationen anzustoßen, wurden zu dieser Gelegenheit auch gezielt junge Menschen aus Deutschland und Japan eingeladen.

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Nach anstrengenden Diskussionen konnten wir das schöne Kanazawa besichtigen.

Für die Connichi war Michael Drewing vor Ort, der sich bei uns als Projektleiter um die Connichi Couch, die Japanforschung, die japanische Außendarstellung und die Betreuung von info@connichi.de widmet und im Team der Ehrengastbetreuung und des Community Managements viel Kontakt mit unseren Besuchern hat.

In Kanazawa haben wir uns ausgiebig dem Austausch mit unseren japanischen Freunden widmen können, aber auch mit Mitgliedern der deutschen Seite gesprochen und viele Hintergründe in Erfahrung bringen können. Zudem konnten wir unsere ganz eigenen Sorgen und Hoffnungen für die Zukunft des Deutsch-Japanischen Austausches eingebracht.

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Unsere Titelfolie: Willkommen auf der Connichi!

Nachdem wir einigen Vorträgen zugehört hatten, haben wir versucht, einzuschätzen, wie unsere Veranstaltung und unsere Besucher von japanischer wie auch deutscher Seite wahrgenommen werden. Dafür haben wir auch noch einmal unsere Präsentation angepasst, denn es kristallisierten sich zwei Punkte heraus, die wir ganz grundsätzlich noch einmal betonen wollten:

1.     Die Annahme, Besucher auf deutschen Anime- und Mangaveranstaltungen würden sich ausschließlich für Popkultur und leichte Themen interessieren, ist grundsätzlich nicht zutreffend. Auf der Connichi können wir jedes Jahr sehen, welchen Stellenwert Themen, die sich mit Japans Gesellschaft, Kultur und Geschichte beschäftigten, haben. Sie sind fast immer die beliebtesten Veranstaltungen und aus eigenen Vorträgen können wir berichten, dass ein großes Interesse auch an komplexen Zusammenhängen besteht, wenn diese Themen zielgruppengerecht aufgearbeitet werden. Auf der Connichi 2018 werden wir dieser Beobachtungen auch durch den neuen Punkt „Japanforschung auf der Connichi“ Rechnung tragen und euch mehr Themen anbieten, die über Anime und Manga hinausgehen.  

2.     Auch wenn sich jemand nicht für komplexe Themen der Zeitgeschichte interessiert und nur für Cosplay und Manga schwärmt, ist dies weder verwerflich noch für das Interesse an Japan schädlich. Jeder hat seinen eigenen Zugang zu Japan und es liegt nicht in der Verantwortung Einzelner, diesen Zugang zu bewerten. Viele finden über leichte Themen den Zugang zu tieferem Interesse, für andere ist es ein vorübergehendes Hobby – beide Fälle sind genau so in Ordnung. Die Reduzierung eines berechtigten Japaninteresses auf vermeintlich legitime Themen halten wir für eine elitäre Vereinfachung, die völlig an unserer Besucherstruktur vorbei geht. Auf der Connichi treffen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene aller Bildungs- und Gesellschaftsschichten, die durch ein gemeinsames Hobby zusammenfinden. Wir halten dies nicht für ein Problem, sondern für eine große Stärke.  

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Vorstellung der Connichi im Workshop

In unserem Vortrag am letzten Tag der Konferenz haben wir die Connichi als Veranstaltung vorgestellt und versucht, die oben genannten Punkte noch einmal zu bekräftigen. Wir hatten das Gefühl, dass unser Anliegen Anklang fand und sind gespannt, in welche Richtung sich der Austausch zwischen den Deutsch-Japanischen Gesellschaften, den japanischen Schwestergesellschaften und deutschen Conventions in Zukunft entwickeln wird. Da unser Veranstalter, der Animexx e.V., schon vor einigen Jahren im Verband der Deutsch-Japanischen Gesellschaften als eigene Gesellschaft aufgenommen wurde, blicken wir hier positiv in die Zukunft.

Die restliche Zeit in Kanazawa haben wir hauptsächlich damit verbracht, uns mit den angereisten Jugendlichen aus Deutschland und Japan auszutauschen. In vielen Stunden haben wir Ideen entwickelt, was wir in Zukunft machen könnten und uns ausgetauscht, welche Projekte schon umgesetzt werden. Auch wenn nicht gleich ein Ergebnis zu sehen ist, so konnte, so denken wir, ein wichtiger Anreiz geschaffen werden um erneut einen direkten Austausch zwischen jungen Menschen aus Deutschland und Japan zu initiieren und wir freuen uns auf die Früchte, die diese Gelegenheit in Zukunft möglicherwiese tragen wird.

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Die Augsburger Jugend stellt ihre Projekte vor.

Für die Einladung nach Kanazawa bedanken wir uns herzlich beim Verband der Deutsch-Japanischen Gesellschaften für die Unterstützung bei den Reisekosten und bei den Japanisch-Deutschen Gesellschaften, insbesondere von Ishikawa, für die Organisation und Durchführung der Konferenz.

Michael Drewing

Connichi / Animexx e.V. 

23. 05. 2018, Ichikawa (Chiba)