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Connichi

16th to 18th September 2016 · Stadthalle Kassel
The manga & anime convention by Animexx e.V.

Animexx e.V.
Produktfälschungsguide

Produktfälschungen, Raubkopien, unlizensierte Waren  - Themen, die so alt sind, wie die Fanszene selbst, aber auf deutschen Conventions aktuell sind, wie eh und je. Zwar hatten wir 2010 bereits einen Beitrag über Produktfälschungen im Animexx-Forum verfasst, aber durch die Erfahrungen der letzten Jahre sehen wir uns zusätzlich in der Pflicht, gerade jüngere Fans erneut zu informieren.
Der nachfolgende Guide soll also eine erste Information über Produktfälschungen bieten und eine kleine Übersicht geben, was von Fälschungen betroffen sein kann und woran Originale erkannt werden können.

Dazu sind zunächst einige grundlegende Dinge zu betrachten: Als Veranstalter der Connichi vermieten wir rein rechtlich nur die Flächen für Aussteller und Händler.
 Bei der Anmietung verpflichten sich die Austeller und Händler im Gegenzug, unsere gestellten Bedingungen zu erfüllen, darunter auch, ausschließlich Originalwaren anzubieten. Leider mussten wir immer wieder feststellen, dass diese Regelung aus verschiedensten Gründen nicht eingehalten wird. Seitens der Besucher wurden schon des öfteren Aussagen wie "Das da ist eine Raubkopie!" an uns herangetragen, dies aber zu beweisen ist rechtlich meist sehr viel schwerer. "Ich habe die Originalfigur daheim, die Schleife ist anders und dort stimmt die Farbe nicht." sind leider keine beweiskräftigen Argumente. Im Idealfall kann man „Fälschungen“ und Originale direkt vor Ort vergleichen, wenn zwei Händler das gleiche Produkt führen, aber selbst dann ist ein möglicher Produktionsfehler nicht auszuschließen.

Gegen Produktfälschungen vorzugehen, klingt dabei erst einmal einfacher als es tatsächlich ist, denn man kann nicht jeden Händler unter Generalverdacht stellen. Zum Einen gibt es mittlerweile genug Positivbeispiele und zum Anderen ist vielen kleinen und neu gegründeten Händlern auch nicht bewusst, welche Produkte sie eigentlich vertreiben, da sie diese von Großhändlern aus Frankreich und USA beziehen. Großhändler wiederum importieren ihre Produkte meist aus China - dem Land in dem auch die Lizenzinhaber ihre Figuren produzieren lassen.

„Made in China“ ist also tatsächlich kein automatisches Merkmal einer Produktfälschung. Ganz im Gegensatz zur Anfangsphase der Anime Szene, als eine Vielzahl von raubkopierten CDs und DVDs bei den Händlern zu finden waren. Erkennbar waren diese Plagiate zumeist an eindeutigen Logos, wie es auf den nachfolgenden zwei Internetseiten sehr schön veranschaulicht wird:

http://www.groberunfug.de/unfug/unfugtexte/bootleg_cd_dvd_infos.htm
http://www.tomodachi.de/html/reviews/misc/f39_bootlegs.html

Glücklicherweise sind diese fraglichen Datenträger durch die erhöhte Aufmerksamkeit seitens der Musik- und Filmindustrie sehr stark zurückgegangen. Auf Conventions finden sich heute kaum noch solche Produkte. Aufpassen sollte man aber bei diversen Onlinehändlern und Auktionsportalen im Internet, dort sind solche Artikel nach wie vor im Umlauf.

Weitaus schlimmer als einfach Kopien hingegen, sind Produkte, die ohne Lizenz hergestellt werden - von denen es also kein Original gibt, welches gefälscht bzw. kopiert wurde. Hier machen es sich Hersteller zu Nutze, dass der Rechtsinhaber nicht selbst sein Produkt auf diese Weise vermarktet. Nicht immer sind diese Artikel dabei durch schlechte Qualität sofort erkennbar. Neuste Fertigungsmethoden erlauben zusätzlich immer bessere Produktfälschungen. Dabei wird nicht nur das Produkt gefälscht, sondern auch dessen Echtheitszertifikat (Etiketten, ©-Zeichen, Hologramm- & Glitzeraufkleber).
Hier entsteht ein (finanzieller) Schaden für den geistigen Eigentümer, denn die dadurch erwirtschafteten Einnahmen können nicht in die Finanzierung neuer Projekte der betroffenen Studios fließen. Und nicht nur dort spielt die Finanzierung eine Rolle.
 Für Produktfälschungen werden häufig billige Kunststoffe und Färbemittel verwendet, die gesundheitlich fragwürdig sind.

Aber auch das andere Extrem ist bei erster Betrachtung nicht besonders verlockend. Würden alle Aussteller und Händler nur noch Originalwaren anbieten, dann kosten "echte" Wallscrolls, sofern man denn welche findet, locker bis zu 45€ (statt 15€). Besucher sämtlicher Conventions würden sich in Foren und Gästebüchern beschweren, warum die Produkte denn jetzt so teuer geworden sind und viele (vor allem jüngere Besucher) würden sich bei dem Gang durch den Händlerraum nichts mehr leisten können. Dessen solle man sich auch bewusst sein.

Die beste Lösung lautet daher vorerst: Nachfragen und im Zweifelsfall einfach nicht kaufen. Achtet auf Händler, die ausdrücklich nur lizenzierte Produkte anbieten.

Stoffprodukte: Plüschfiguren

Für alle Stoffprodukte gilt die gleiche Faustregel: Augen auf! Sind die Nähte schief und einfach vernäht, die aufgedruckten Motive blass und konturlos, die Stoffe dünn und von niedriger Qualität, dann sollte man skeptisch sein (Cosplayer können hier sehr gut auf ihre Erfahrungen mit Stoffen zurückgreifen).

Generell sollte auch stets auf ein angenähtes Etikett oder ein angeheftetes Schild geachtet werden. Diese Echtheitszertifikate könnten zwar auch kopiert sein, fehlt ein entsprechender Hinweis aber ganz und gar, kann man bei entsprechenden Marken davon ausgehen, dass es sich nicht um lizenzierte Waren handelt.

Als Beispiel: Plüschfiguren zu Pokemon (Nintendo), Mein Nachbar Totoro (Studio Ghibli) und Plüschwaren ähnlicher Marken verlassen nie ohne ein Etikett das Werk und haben deswegen stets ein Label angenäht. Ohne Ausnahme!

Stoffprodukte: Motivkissen

Für unter Lizenz hergestellte Motivkissen wird meist ein guter, bzw. fester Baumwollstoff verwendet, die Nähte sind sauber, gerade und gut vernäht, die Motive klar und deutlich. Ein angenähtes Etikett trägt neben dem Copyrightzeichen © auch den Namen der Rechtsinhaber oder der Serie, ggf. gibt es sogar Pflegehinweise. Bei Kissen- und Bettbezügen ist dieses Etikett auch gern in der Innenseite versteckt.

Stoffprodukte: Handytaschen und Ähnliches

Handyanhänger und kleine Stoffartikel aus chinesischen Fabriken werden gern in kleinen transparenten Tütchen geliefert. Das allein ist noch kein Hinweis auf eine Produktfälschung, sollte aber Anlass sein genauer hinzusehen: auf der Rückseite finden sich Copyright-Zeichen und eventuell sogar Glitzer/Hologrammsticker als Echtheitszertifikat. Lizenzierte Ware zeichnet sich auch hier durch Qualität aus.
Ist sogar ein Yen-Preis abgebildet, so hat man sehr gute Chancen, dass es sich um ein Originalprodukt handelt, leider ist auch dafür ein geübtes Auge erforderlich, denn der Preis ist nur in den seltensten Fällen mit einem ¥-Symbol versehen. Oft findet sich nur eine scheinbar willkürliche Zahl, hin und wieder mit einem Kasten umrandet.

Merchandise: Poster

Gerade bei aktuellen Serien, dazu noch mit einem großem Bekanntheitsgrad (Naruto, Bleach, Death Note, usw.) ist davon auszugehen, dass Lizenzrechte teuer sind. Billiges Merchandise sollte daher argwöhnisch vor dem Kauf begutachtet werden, denn wiederum sind Qualität und Hinweise auf die Herkunft, bzw. den Rechtsinhaber ausschlaggebend. Unumstößliches Beispiel dafür sind Produkte mit Motiven aus Kingdom Hearts, denn Lizenzinhaber ist nicht nur Square Enix, sondern auch DISNEY - und die haben immer ein Copyrightzeichen irgendwo. IMMER. Generell tragen unter Lizenz hergestellte Poster (meist in den Ecken unten rechts oder links) einen entsprechenden Hinweis auf den Urspung.

Merchandise: Buttons, Ketten- und Schlüsselanhänger

Zur Vermarktung von Buttons, Ketten- und Schlüsselanhängern, Kartenspielen, etc. sind Utensilien und Symbole aus bekannten Serien bei den Fans immer sehr beliebt. Produkte mit Sharingan-Symbol und dem NERF-Logo schießen wie Pilze aus dem Boden, aber auch bei dort sollte beim Kauf der kontrollierende Blick auf Label und ©Copyrightzeichen nicht vergessen werden.
Entdeckt man dabei ein CE-Zeichen, ist dies auch ein brauchbarer Hinweis. Bei einem „echten“ CE-Symbol ist der mittlere E-Strich etwas kürzer als der obere und untere Strich. Abgesehen davon, dass für den japanischen Markt produzierte Artikel eigentlich gar kein ein CE-Zeichen tragen.

"Pseudo-Merchandise"

Zusätzlich zu den zwei bereits genannten Produktkategorien (Original & Produktfälschung), gibt es im Bereich des Merchandise eine dritte Sparte: Die „Pseudos“. Dies sind Produkte, die sich an den Originalen orientieren, ohne dabei eine lizenzrechtliche Verletzung im eigentlichen Sinne zu begehen.
Die Täuschung  besteht darin, dass Artikel dieser Kategorie einfach „nur“ stark auffällig Dingen ähneln, die durch einen Anime oder Manga einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht haben, vom Lizenzinhaber selbst aber nicht als Merchandise Artikel vertrieben werden.

Dies können z.B. Chinesische Strohhüte mit Fransen sein, die auffällig den Akatsuki-Hüten aus Naruto ähneln, oder schwarze Taschenbücher mit kryptischen Zeichen (Death Note), ebenso wie ein Strohhut mit rotem Band, der rein zufällig fast genauso aussieht, wie der den Ruffy in One Piece trägt.

Figuren: Scale Models

Hier bewegen wir uns in der Königsklasse der Produktfälschungen, der Preis für solche Produktfälschungen liegt oft nur etwas unterhalb der eigentlichen Originalpreise, so hat ein geprellter Kunde das Gefühl ein Original zu einem günstigsten Preis erworben zu haben ohne dabei die Echtheit des Produktes anzuzweifeln.

Zusätzlich erlauben neuste Fertigungsprozesse die Qualität der Originalfiguren beinah einholen, teilweise muss man Figuren anhand genauer Merkmale identifizieren können. Augenfarben sind z.B. rot und nicht orange, die Hautfarbe geht eher ins gelbliche statt ins hautfarbene rosa.
Als Laie kann man die Qualitätsunterschiede am ehesten bei der Bemalung eines Gesichtes erkennen, wieder einmal gilt: Unscharfe Konturen der Augen & Wimpern und verwaschene Farben kommen bei Originalprodukten eher selten vor, gerade bei höherwertigen Figuren mit Preisen ab 50€ aufwärts.

Gleiches gilt für die Verpackung, im Vergleich wirken die auf den nachgemachten Verpackungen abgebildeten Texte und Bilder oft unscharf, blass und kontrastlos. Die Schachteln sind zudem meist aus zu dünner Pappe gefertigt, daher bekommen diese auffällig schnell Dellen durch den Transport.

Zusätzlich findet sich mittlerweile auf den Verpackungen vieler Hersteller ein Hologramm- oder Glitzersticker als Echtheitszertifikat, wobei dies keineswegs ein 100% Beweis für ein Originalprodukt ist, auch Aufkleber lassen sich kopieren. 
Ein weiterer Hinweis ist die Preislage und die Verfügbarkeit. Extrem seltene Figuren, die in Japan bereits seit Jahren vergriffen sind, dann aber dutzendweise in den Händlerräumen für die Hälfte des ursprünglichen Preises angeboten werden, sollten Verdacht erregen. Dies setzt aber ein großes Maß an Hintergrundwissen über Figuren voraus, so dass  wahrscheinlich nur „echte“ Sammler das Preis/Leistungsverhältnis auf den ersten Blick beurteilen können, wenn es sich um besondere Exemplare handelt (die man auch erst einmal als solche erkennen muss).

Figuren: Gashapons

Zusammensteckbare Figuren aus Gashapon-Automaten sind ca. 8-10cm groß und werden naturgemäß in den bunten Plastikbällen vertrieben. Großhändler verkaufen aber auch komplette Sets im wahrsten Sinne des Wortes gleich „säckeweise“.  Es ist also nicht unüblich, wenn man eingeschweißte Figuren-Sets ohne die typischen Plastikbälle beim Händler findet.

Qualitativ kann es auch bei den Originalen vorkommen, dass sich Kunststoffteile durch lange Lagerung verbiegen, Weichmacher & Lösungsmittel aus dem Kunststoff austreten und sich beim Auspacken starke Gerüche nach PVC entwickeln. Abblätternde Farben gehören eher selten dazu.

Vielen Dank

Das Team der Connichi bedankt sich bei allen folgenden Personen die bei der Erstellung dieses Guides geholfen haben:

Markus Klein und Karsten Schubert des Anime no Tomodachi für die Erlaubnis den oben aufgeführten Link verwenden zu dürfen.
Torsten Alisch und Christoph Wienke von GroberUnfug.de für die Erlaubnis den oben aufgeführten Link verwenden zu dürfen.
Takagi Books, Manga-Box und J-Stuff für viel beratende Unterstützung im Vorfeld.
MyCostumes und Manga-Mafia für die fotografische Bereitstellung von Waren.

Dieses Dokument unterliegt dem Urheberschutz, es ist nicht erlaubt Bilder, den Text oder Teile daraus ohne ausdrückliche Erlaubnis des Connichi-Teams zu kopieren oder anderweitig  zu verwenden.

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